„Die Geschichte der jO“ – Rezension

„Die Geschichte der jO“ – Rezension

„Die Geschichte der O“ kennt jeder, auch die, die es nicht zugeben wollen. „Die Geschichte der jO“ ist jedoch weitestgehend unbekannt. Die Frage ist: Warum?

Die Autorin erzählt aus der Ich-Perspektive ihren persönlichen Werdegang von der „Unschuld vom Lande“ bis hin zur perfekten „O“.

Die Autorin (Johanna Koltai – https://twitter.com/sklavin_johanna) benutzt dabei keine Umschreibungen, sondern bringt die Dinge auf den Punkt. So spricht sie nicht von „Beischlaf“, sondern vom „Ficken“. Um harmlose Beispiele zu nennen. Dennoch bleibt es erstaunlich unvulgär und es liest sich einfach locker weg.

Wer hochtrabende und ausgefeilte Mitternachtslektüre erwartet, der muss zunächst das mangelnde Lektorat beherzt überlesen können.  Eine Tatsache, die vielen Jungautoren abgeht.

Mich spricht vor allem die Art und Weise an, wie die Autorin respektvoll mit der Tatsache umgeht, dass es sich hierbei um Menschen handelt, die ihren Weg begleitet haben und wahrscheinlich können nur diese selbst sich im Buch erkennen.

Sie beschreibt vor allem die Tatsache, wie sie sich fühlt und was sie so bei den ein oder anderen Dingen denkt. Dem Leser bleibt nicht verborgen, dass diese „O“ eine Prostituierte ist und die Leidenschaft für diesen Beruf echt. Sie kommt jedoch nicht mit dem Ziel daher, mehr Kunden zu finden. Sie will auch nicht aufklären oder zum „O“-Sein überzeugen. Die Autorin will ihre Geschichte erzählen und das tut sie.

Der Rezensionist kennt „O“’s. Persönlich anvertraute und selbst ausgebildete. Vor diesem Wissen kann ich bestätigen, dass eine wirklich glaubhafte Biographie, die sehr viel vom inneren Wesen einer „O“ freigibt, vorgelegt wird. Und ich denke, dass so manchem DummDom, der gerne „O“’s ausbilden will ein wenig die Ohren klingeln werden und er nun angemessen über seine weiteren Schritte nachdenkt.

Aber auch die Frau, die sich mit dem Gedanken trägt eine „O“ werden zu wollen, kann sich in diesem Büchern besser einlesen, als mit dem Original. Es werden moderne Orte und Arten der Demütigung geschildert, die Emotionslage wird sehr deutlich, vor allem das „Warum mache ich das? vs. OMG – Warum mache ich das?“ spielt eine deutliche Rolle.

Ich werde mir den Vierten Teil ebenfalls zur Brust nehmen und freue mich sehr darauf.

https://www.amazon.de/Geschichte-jO-Johanna-Koltai/dp/1523733233/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1476196740&sr=8-1&keywords=geschichte+der+jo

 

Posted on: 13. Oktober 2016falbalus

Ein Gedanke zu „„Die Geschichte der jO“ – Rezension

  1. Einen schönen guten Tag Herr Falbalus,
    über Ihre Rezension habe ich mich sehr gefreut 🙂 Herzlichen Dank! Wenn das mein Deutschlehrer wüsste, dass ich ein Buch geschrieben habe und sogar wohlwollende Rezensionen dafür bekomme… 😉 Super! Ich freu mich.
    Herzlich,
    jO

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