Monat: Oktober 2016

Gastbeitrag: Die Elfenkönigin

Erwartungen

Meine Lippen sind geschwollen, mein Mund trocken von deinen Küssen. Meine Brüste sind blau, mein Hintern rot wo du deine Hände nicht von mir lassen konntest und mir dein Zeichen aufdrücken wolltest. Ich bin feucht. Ich bebe. Ich bettele.

„Nimm mich. Bitte.“

Und doch bin ich stark. Ich weiß, du willst mich so wie ich dich will. Deine Lust erfährst du durch mich. Ich bin es die sich hingibt. Was für ein wundervolles und berauschendes Gefühl. Ein Gefühl das mein Herz wärmt. Das mich stolz sein lässt. Und stark. Neugierig auf alles, was noch kommen mag.

Nicht ein Kuss war es, der mich bei unserer ersten Verabredung zum Glühen brachte. Du ohrfeigtest mich. Auf der Straße. Einfach so. Passanten hätten dich Maßregeln können. Du konntest nicht sicher sein, ob ich deine Art wirklich mögen würde. Aber du hast mich in Flammen gesetzt, ein Feuer, das bis heute brennt.

Aber so wie dich Unsicherheiten plagten, so war auch ich voller Ängste. Würde ich deinen Erwartungen entsprechen? War ich submissiv genug? War ich devot genug? War ich schön genug? War ich einfach genug?

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Warum eine umsichtige von Vertrauen, Respekt und Kommunikation geprägte Einführung in die Materie so wichtig ist? Weil man lernen muss sich einander anzunähern, zu reden, über Erwartungen, Wünsche und Ängste zu sprechen. Wählt man den Weg über einen erfahrenen Dom und eine umsichtige ihre Grenzen kennende Sub? Möchte man sich selbst an die Grenzen führen? Traut euch euch diese Fragen zu stellen. Klopft an. Fragt. Wagt. Dann wird das Ergebnis eure Erwartungen übertreffen.

„Die Geschichte der jO“ – Rezension

„Die Geschichte der O“ kennt jeder, auch die, die es nicht zugeben wollen. „Die Geschichte der jO“ ist jedoch weitestgehend unbekannt. Die Frage ist: Warum?

Die Autorin erzählt aus der Ich-Perspektive ihren persönlichen Werdegang von der „Unschuld vom Lande“ bis hin zur perfekten „O“.

Die Autorin (Johanna Koltai – https://twitter.com/sklavin_johanna) benutzt dabei keine Umschreibungen, sondern bringt die Dinge auf den Punkt. So spricht sie nicht von „Beischlaf“, sondern vom „Ficken“. Um harmlose Beispiele zu nennen. Dennoch bleibt es erstaunlich unvulgär und es liest sich einfach locker weg.

Wer hochtrabende und ausgefeilte Mitternachtslektüre erwartet, der muss zunächst das mangelnde Lektorat beherzt überlesen können.  Eine Tatsache, die vielen Jungautoren abgeht.

Mich spricht vor allem die Art und Weise an, wie die Autorin respektvoll mit der Tatsache umgeht, dass es sich hierbei um Menschen handelt, die ihren Weg begleitet haben und wahrscheinlich können nur diese selbst sich im Buch erkennen.

Sie beschreibt vor allem die Tatsache, wie sie sich fühlt und was sie so bei den ein oder anderen Dingen denkt. Dem Leser bleibt nicht verborgen, dass diese „O“ eine Prostituierte ist und die Leidenschaft für diesen Beruf echt. Sie kommt jedoch nicht mit dem Ziel daher, mehr Kunden zu finden. Sie will auch nicht aufklären oder zum „O“-Sein überzeugen. Die Autorin will ihre Geschichte erzählen und das tut sie.

Der Rezensionist kennt „O“’s. Persönlich anvertraute und selbst ausgebildete. Vor diesem Wissen kann ich bestätigen, dass eine wirklich glaubhafte Biographie, die sehr viel vom inneren Wesen einer „O“ freigibt, vorgelegt wird. Und ich denke, dass so manchem DummDom, der gerne „O“’s ausbilden will ein wenig die Ohren klingeln werden und er nun angemessen über seine weiteren Schritte nachdenkt.

Aber auch die Frau, die sich mit dem Gedanken trägt eine „O“ werden zu wollen, kann sich in diesem Büchern besser einlesen, als mit dem Original. Es werden moderne Orte und Arten der Demütigung geschildert, die Emotionslage wird sehr deutlich, vor allem das „Warum mache ich das? vs. OMG – Warum mache ich das?“ spielt eine deutliche Rolle.

Ich werde mir den Vierten Teil ebenfalls zur Brust nehmen und freue mich sehr darauf.

https://www.amazon.de/Geschichte-jO-Johanna-Koltai/dp/1523733233/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1476196740&sr=8-1&keywords=geschichte+der+jo

 

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